Wetterfrösche und Aspirin

                      

Wenn ich so rausgehe in das Grau in Grau des Himmels über mir, sieht das nicht gerade einladend aus. Alles ist matschig, nass und eisigkalt. Ich habe schon lange keine Sonne mehr gesehen, der Himmel ist stets voller Wolken. Der Wind treibt einem die Tränen in die Augen und die Kälte scheint mir die letzten Kraftreserven auszusaugen. Wenn ich nun wüsste, dass es von nun an jeden Tag so sein sollte, wäre ich ziemlich verzweifelt. Ich bin nämlich wetterfühlig. So nennt man Menschen mit eingebautem Feinsender für alle Veränderungen des Wetters.

 

Ich bin wie der Frosch im Einmachglas. Man kann sich auf meine Empfindlichkeit verlassen. Bei Nässe: Knochenschmerzen. Hitzeperiode: super!

Sturm: Migräne und Schwindel. Bei Kälte: alles auf einmal. Fehlt die Sonne und das Licht, neige ich zu großer Müdigkeit und Antriebsschwäche.

Eine Kanne Kaffee am Tag und eine Wagenladung Schokolade mildern das Problem nur kurzfristig. Danach kommt dann nämlich Herzrasen und Hosenkneifen dazu.

 

Dennoch bin ich dem Ganzen nicht völlig ausgeliefert. Wenn ich mich nämlich überwinde, all meinen Empfindlichkeiten zum Trotz, und rausgehe, lösen sich die meisten Beschwerden buchstäblich in Luft auf.

Also brauche ich nur etwas Disziplin und Gummistiefel. Und dann muss ich mich in Bewegung setzen. Das tut kein anderer für mich. Ich habe hier die Wahl. Schlechte Laune – Sofa – Aspirin. Hoffnungslosigkeit.

Oder gegen meine Befindlichkeiten und Begierden (Fernseh – Schoki – Launen) aufstehen und mich bewegen.

Egal, wie es draußen aussieht, wieviel Wäsche sich türmt, wie gut meine Haare grad sitzen: runter vom Sofa!

 

Genau dazu fordert Jesus uns auf. Er hat nie gesagt – Bleib liegen. Er sagte stets – Steh auf! Geh los! Egal, wie die Umstände aussehen (wie das Wetter draußen ist ) bewege dich mit mir. Ich bin in dir, sagt Jesus, ich bin das Brot des Lebens und due Quelle des lebendigen Wassers. Ich bin dein Schutz und dein Schild – Dein Regenschirm und deine Gummistiefel.

Dein geistliches Frühstück, Mittag, Abendbrot, dein Durststiller in jeder Hitze – du trocknest nie aus bei Jesus. Jesus sagt: "Ich gebe dir den Geist der Freude und der Kraft und des Friedens."

Ich muss mich nicht ärgern oder mich schlecht fühlen, nur weil gerade in meinem Leben die Sonne nicht scheint, oder Stürme an mir zerren.

Durch Jesus habe ich alles, um die Stürme zum Schweigen zu bringen, sie müssen sich legen.

Hat Jesus mir nicht Autorität gegeben, zu tun, was er tat? Und Jesus befahl dem Wind, sich zu legen und er legte sich.

Und selbst, wenn alles dunkel um mich ist. Jesus selbst ist das Licht in mir, und durch ihn soll ich Licht sein in dieser dunklen Zeit. Super, dass ideale Wetter, dass ich brauche, um mich richtig wohl zu fühlen, ist in mir selbst.

Meine Wetterfühligkeit entpuppt sich als eine Abhängigkeit von äußeren Umständen.

Ich muss mich heute entscheiden – glaube ich den Umständen – oder dem Wort meines Herrn Jesus? Messe ich meinen Befindlichkeiten eine große Bedeutung zu und höre auf sie, oder passe ich sie dem Wort Gottes an und höre auf das, was Gott sagt. Lasse ich mich von meinen guten Ausreden und plausiblen Erklärungen auf dem Sofa halten oder gehe in der Kraft Gottes und in dem Vertrauen an sein Wort raus. Mitten in die Wetter des Lebens. Jesus sagt, alles kannst du durch mich, der dich stark macht. Nichts ist dir unmöglich.


Tja – es gibt nicht das falsche Wetter, sonder nur die falsche Kleidung!

 

Eure Susanna Duensing